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Bundesgerichtshof, Empfangsgebäude Karlsruhe
Foto: Nikolay Kazakov · Bundesgerichtshof · Pressefoto BGH
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Verfahrensrecht

Namensänderung des Gläubigers im Versteigerungsverfahren

Der Bundesgerichtshof hat aktuell entschieden, dass eine bloße Namensänderung des Vollstreckungsgläubigers nicht zwingend eine Klauselumschreibung erfordert.

Von Adwokat Radoslaw Godzieba2 Min. Lesezeit

Der Bundesgerichtshof hat mit Beschluss vom 26. September 2013 im Verfahren V ZB 42/13 über die Vollstreckung aus einer Grundschuld nach Vereinigung und Namensänderung zweier Sparkassen entschieden. In einem Zwangsversteigerungsverfahren war streitig, ob der Zuschlag zu versagen war, weil der im Titel bezeichnete Gläubigername nicht mehr mit der aktuellen Bezeichnung der betreibenden Sparkasse übereinstimmte.

Keine Rechtsnachfolge bei bloßem Fortbestand

Der BGH stellte klar, dass nicht jede organisatorische Veränderung eines Kreditinstituts eine Rechtsnachfolge im vollstreckungsrechtlichen Sinn begründet. Wurde eine Sparkasse von einer bestehenden Sparkasse aufgenommen und blieb diese als Rechtssubjekt bestehen, liegt hinsichtlich der aufnehmenden Sparkasse keine Rechtsnachfolge vor. Eine Umschreibung der Vollstreckungsklausel auf eine neue Gläubigerin war deshalb nicht erforderlich.

Auch die im Zuge der Vereinigung erfolgte Namensänderung hinderte die Vollstreckung nicht. Entscheidend ist, ob die Personenidentität zwischen der im Titel genannten Gläubigerin und der nun betreibenden Gläubigerin zweifelsfrei nachgewiesen werden kann.

Die bloße Änderung des Namens oder der Firma einer Partei steht der Vollstreckung aus einem Titel nicht entgegen, wenn die Personenidentität zweifelsfrei nachgewiesen ist.

Schuldnerschutz bleibt gewahrt

Im Verfahren V ZB 42/13 sah der BGH keinen Zuschlagsversagungsgrund nach § 83 Nr. 6 ZVG. Die Schuldner waren durch die Zustellung des ursprünglichen Titels nebst Vollstreckungsklausel ausreichend über die formellen Grundlagen der Vollstreckung unterrichtet. Eine zusätzliche Beischreibung der Namensänderung in der Klausel war nicht zwingend.

Bestehen Zweifel an der Identität des betreibenden Gläubigers, stehen dem Schuldner die vorgesehenen Rechtsbehelfe offen. Dazu können insbesondere Vollstreckungsabwehrklage, Erinnerung oder sofortige Beschwerde gegen den Anordnungsbeschluss gehören.

Bedeutung für die Praxis

Die Entscheidung ist für Gläubiger, Schuldner und Vollstreckungsgerichte bedeutsam. Praktisch wichtig sind insbesondere:

  • Eine bloße Namensänderung ist von einer echten Rechtsnachfolge zu unterscheiden.
  • Bei fortbestehender Identität kann die Vollstreckung ohne Klauselumschreibung möglich sein.
  • Das Vollstreckungsgericht darf die Personenidentität anhand geeigneter Urkunden prüfen.
  • Ein Zuschlag ist nicht allein wegen fehlender Beischreibung der Namensänderung zu versagen.

Die Kanzlei ordnet den Beschluss als wichtige Klarstellung zu formellen Vollstreckungsvoraussetzungen bei Bankenfusionen, Namensänderungen und Grundschuldvollstreckung ein.

GrundschuldKlauselRechtsnachfolge83 ZVG

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